Straße in Schneelandschaft mit Jahreszahl 2026

Florian

10.12.2025

Wichtige Änderungen für Autofahrer in 2026

Das Jahr 2026 bringt für Autofahrer und Besitzer von Wohnmobilen in Europa eine Reihe wichtiger Neuerungen mit sich: Von geänderten Mautregelungen über neue technische Anforderungen bis hin zu steuerlichen Anpassungen – wer künftig sicher und regelkonform unterwegs sein möchte, sollte sich rechtzeitig informieren.

Wir haben die wichtigsten Änderungen für Reisende zusammengefasst.

Kroatien: Das Ende der Mautschranken – Der digitale Free-Flow kommt 

Die wohl größte und erfreulichste Änderung für alle Kroatien-Urlauber betrifft das dortige Mautsystem. Wer kennt sie nicht – die langen Schlangen vor den Mautstationen in der Hochsaison? Damit soll ab voraussichtlich September 2026 Schluss sein. 

Kroatien stellt auf ein modernes, digitales Free-Flow-Mautsystem um. Dieses System ermöglicht das Fahren ohne Anhalten, da die Maut automatisch erfasst wird. Technisch wird dies durch eine Kombination aus automatischer Kennzeichenerfassung (ALPR) und speziellen Transpondern/Mautboxen (DSRC/ENC-Geräte) realisiert. 

  • PWK und kleinere Wohnmobile (bis 3,5 Tonnen): Wahlmöglichkeit zwischen der Registrierung des Kennzeichens online (Abrechnung erfolgt nachträglich) oder der Nutzung einer Mautbox z.B. von maut1.de. 

  • Größere Wohnmobile (über 3,5 Tonnen): Verpflichtung zur Nutzung einer Mautbox (früher ENC-Box), um die korrekte Fahrzeugkategorie (z.B. Kategorie II oder III) zuordnen zu können. 

Unser Tipp: Die Umstellung auf Free-Flow-Maut macht die Anschaffung einer Mautbox, die auch in anderen Ländern wie Italien oder Frankreich funktioniert, noch attraktiver, um die Abrechnung zu vereinfachen, mehr Komfort an den Mautstationen zu genießen und von eventuellen Rabatten profitieren zu können.

Niederlande: Mautgebühren steigen mit der Inflation 

In den Niederlanden wurde 2024 die erste mautpflichtige Autobahn (A24 Blankenburg bei Rotterdam) eingeführt. Dort erfolgt die Mauterhebung per Kennzeichenerkennung, Reisende müssen sich hierzu vorab beim Anbieter registrieren. 

Ab 2026 werden die Gebühren jährlich an die Inflation angepasst – das bedeutet: Die Kosten für Autofahrer und Wohnmobilbesitzer könnten jedes Jahr steigen. Dazu sollen weitere Abschnitte der Autobahnen A15 (ab 2026) bzw. A12 (ab 2031) mautpflichtig werden. 

Für Anhänger und Wohnwagen fallen jedoch keine zusätzlichen Gebühren an. 

Hinweis: Die Maut gilt auch für Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen. Bezahlt werden kann per online Registrierung oder einfach per Mautbox, beides ist bei www.maut1.de möglich.

Landkarte mit Autobahnbeschriftungen Niederlande
Map Niederlande - @ www.vrachtwagenheffing.nl

Neue Anforderungen an Führerschein und Fahrzeugtechnik

Ein zentrales Thema ist der Führerscheinumtausch in Deutschland. Alle Führerscheine, die zwischen 1999 und 2001 ausgestellt wurden, müssen bis spätestens 19. Januar 2026 umgetauscht werden. Wer das versäumt, riskiert Bußgelder und Probleme bei Verkehrskontrollen. 

Technisch wird es ebenfalls anspruchsvoller: Ab 2026 müssen neue Fahrzeugtypen mit dem „Next Generation eCall“-System ausgestattet sein, das bei Unfällen automatisch Notrufe absetzt. 

Ab 07.07.2026 werden weitere Sicherheitsfunktionen bei Erstzulassung Pflicht, je nach Klasse z. B. Ablenkungserkennung, erweiterte Notbrems- und Spur-Assistenten. Das erhöht die Grundsicherheit – besonders relevant für lange Wohnmobil-Etappen. 

Zudem tritt am 29.11.2026 die neue Euro-7-Abgasnorm für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in Kraft – mit strengeren Grenzwerten für Schadstoffe und Partikelemissionen.

Wohnmobilregelungen: Mehr Gewicht mit Klasse B? 

Die EU plant eine Reform der Führerscheinregelung, die Wohnmobilbesitzern entgegenkommt: Künftig soll es möglich sein, Fahrzeuge bis 4,25 Tonnen mit einem normalen Klasse-B-Führerschein zu fahren – vorausgesetzt, eine zusätzliche Schulung oder Prüfung wird absolviert. 

Auch die Kombination mit einem Anhänger bis 750 kg soll erlaubt werden. Die Umsetzung ist bis 2028 geplant, erste Vorbereitungen laufen bereits 2026. 

Ein oft übersehener Check-Punkt betrifft die Gasanlage im Wohnmobil: In vielen Ländern ist ein Nachweis über eine geprüfte Gasanlage Pflicht. Ohne diesen kann es zu Bußgeldern oder zur Verweigerung von Stellplätzen kommen – ein Thema, das besonders für die Reiseplanung relevant ist. 

Seit Juli 2024 gilt in Deutschland eine erweiterte LKW-Mautpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Betroffen sind auch einige Wohnmobile – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. 

  • Ausnahme: Wohnmobile mit dauerhafter Wohneinrichtung (z. B. Toilette, Dusche, Kochgelegenheit) sind von der Maut befreit. 

  • Achtung: Ist das Fahrzeug nicht eindeutig als Wohnmobil erkennbar oder fehlt die fest eingebaute Ausstattung, muss die Maut gezahlt werden. Die Kontrollen erfolgen über die blauen Toll-Collect-Säulen an Bundes- und Landstraßen. 

Tipp: Halten Sie bei Kontrollen immer einen Nachweis über die Wohneinrichtung bereit, z. B. den Fahrzeugbrief oder eine Herstellerbestätigung.

Steuer und Ausstattung: Was sonst noch wichtig wird 

Die CO₂-Steuer steigt ab Januar 2026 deutlich an – auf bis zu 65 €/Tonne. Das bedeutet: Benzin und Diesel könnten im neuen Jahr um bis zu 20 Cent pro Liter teurer werden. Wer viel fährt, sollte das bei der Budgetplanung berücksichtigen. 

Ab Januar 2026 wird aber auch die Pendlerpauschale auf 38 Cent pro Kilometer angehoben – bereits ab dem ersten Kilometer. Dies gilt für alle Verkehrsmittel, also auch für Autofahrer und Wohnmobilreisende, die beruflich pendeln. 

Für Elektrofahrzeuge (inkl. Wohnmobile mit E-Antrieb) wird ab Anfang 2026 ein verpflichtender „Batteriegesundheits-Nachweis“ für gebrauchte Elektroautos - als Teil der neuen EU-Batterieverordnung (2023/1542) – eingeführt. Er soll wichtige Daten wie den „Status of Health“ (SoH), Lebenszyklus-Informationen und die chemische Zusammensetzung offenlegen, zugänglich per QR-Code. 

Damit soll der Verbraucherschutz erhöht und die Vergleichbarkeit gebrauchter E-Fahrzeuge verbessert werden.

Weißes Wohnmobil auf Autobahnstraße
Wohnmobil Autobahn - @ th-photo / adobe.stock.com

Reisen in den Schengen-Raum 

  • EES für Nicht-EU-Bürger: Das Entry/Exit System wird 2026 flächendeckend eingeführt. Drittstaatsangehörige (z. B. UK) werden bei der Einreise für bis zu 90 bzw. 180 Tagen biometrisch registriert. 

  • ETIAS: Die elektronische Reisegenehmigung startet im Verlauf des Jahres 2026. Wer visumfrei z.B. aus den USA oder Kanada einreist, beantragt sie vorab online.

Österreich: Die letzte Klebevignette und steigende Preise 

Österreich geht den Weg der Digitalisierung konsequent weiter und verabschiedet sich von einem über Jahrzehnte vertrauten Ritual: 

  • Preissteigerung 2026: Die Preise für die österreichische Vignette werden turnusgemäß zum 1. Dezember 2025 (Gültigkeitsbeginn der Jahresvignette 2026) angepasst. Die Erhöhung ist an den Verbraucherpreis-Index gekoppelt, so dass die neue Jahresvignette für PKW dann 106,80 Euro kosten wird. 

  • Abschied von der Klebevignette: Die Jahresvignette 2026 – in der Farbe „Feuerrot“ – wird die aller letzte Klebevignette sein, die von der ASFINAG ausgegeben wird. Ab 2027 wird der Vertrieb ausschließlich auf die Digitale Vignette umgestellt. 

  • Für Wohnmobile über 3,5 t und gewerbliche Nutzer wird die Maut neu berechnet – Umweltfaktoren wie CO₂ und Lärm spielen eine größere Rolle, Rabatte für E-Fahrzeuge gelten weiterhin. Privatnutzer im PKW sind davon nicht betroffen. 

Wichtig für Online-Käufer: Denken Sie daran, dass die digitale Jahresvignette in Österreich aufgrund des Konsumentenschutzes erst am 18. Tag nach dem Kauf gültig ist, wenn Sie diese direkt bei der ASFINAG erwerben. 

Diese Wartefrist entfällt, wenn Sie die Vignette als Unternehmer oder über bestimmte Vertriebspartner erwerben, wie es beispielsweise für unseren Partner www.mautwelt.de gilt.

EU-weite Fahrverbote bei schweren Verkehrsdelikten 

Ab 2026 drohen bei schweren Verkehrsverstößen (z. B. Trunkenheit am Steuer, extreme Geschwindigkeitsüberschreitungen oder tödliche Unfälle) EU-weit gültige Fahrverbote. Bisher galten solche Sanktionen nur national – künftig können sie in allen EU-Ländern durchgesetzt werden. Automobilclubs wie der ADAC begrüßen diese Regelung „als Schritt zu mehr Verkehrssicherheit“. 

Konsequenz: Wer im Ausland einen schweren Verstoß begeht, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern künftig auch ein Fahrverbot in Deutschland.

Regnerisches Stadtbild
Stadtbild - @ Szymon / adobe.stock.com

Maut & Vignetten in weiteren beliebten Urlaubsländern 

  • Italien: Die Autobahn-Tarifreform ist für Anfang 2026 vorgesehen (bitte aktuelle Informationen beachten). Ziel sind transparente, moderate Anpassungen der Mautgebühren sowie eine nachvollziehbare Einführung von Erstattungen von Mautgebühren z.B. bei Baustellen oder Verkehrsbehinderungen auf den Mautstrecken. 

  • Frankreich: Es sollen weitere Autobahnabschnitte auf Free-Flow umgestellt werden. Zu beachten ist weiterhin die kurze 72-Stunden-Zahlfrist nach der Durchfahrt einer Free Flow Passage, die bei Nichtbeachtung zu einem Bußgeld führt – oder für mehr Sicherheit und Komfort, eine Mautbox zu nutzen. 

  • Spanien: 2026 wird das klassische Warndreieck durch die moderne V16-Warnleuchte ersetzt. Diese sendet bei Pannen ein GPS-Signal und erhöht die Sicherheit auf Autobahnen und Schnellstraßen. Dies gilt für alle in Spanien zugelassene Fahrzeuge (auch spanische Mietwagen zählen dazu!), für ausländische Fahrzeuge reicht weiterhin das Warndreieck. 

  • Portugal: Hier sind Erhöhungen der Maut um ca. 2,3 % geplant, dafür gibt es streckenweise aber auch einige kostenfreie Abschnitte, wie z.B. die AP-68 ab November 2026.

Fazit 

2026 bringt viele Veränderungen, die sowohl technische als auch rechtliche und natürlich finanzielle Aspekte betreffen. Besonders für Wohnmobilfahrer lohnt sich ein genauer Blick auf die neuen Regelungen – sei es bei der Maut, der Führerscheinfrage oder der Ausstattung. Wer frühzeitig informiert ist, fährt sicherer und spart im besten Fall sogar unnötige Bußgelder. 

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